Mittwoch, 4. Oktober 2006

Des Kaisers neue Kleider und der Sicherheits-Lemming unterm Divan.

Verhangen. Der vergangene Frühling. Nachtrag.

stehaufPlatz machen. Aufforsten.

Hausnummer 9.
Mit der Lieblingstrauerweide und meinem großen Bett ums Eck.
Mit so viel Schnee und Februar.

Mit den Gedanken am Meer und in der Sonne.
Dort, wo mich dann jemand an der Hand nimmt
und mir zeigt, was ich mir wünsche.

An die Ehrlichkeit erinnert jeder Blick in ein Gesicht.
Die holt mich sanft zurück.

Die klaren Momente, die traurig machen.
Das will ich oft nicht.
Weils ins Kreuz sticht.

Kurz ganz traurig.
Dann so stark.
Dazwischen, unbemerkt, wie taub.

Rauchend im Innenhof vorm Sulo und dem Friseurfenster.
Diese Balkone, die ich malen werde, weil sie mich an ein Erlebnis erinnern, das ich so nie hatte.

Morgens an den Schneeräumern und Eishackern vorbei.
Und abends so oft Sonderangebote statt Gefühl im Bauch.

Der Papa verstopft und verdreht. Wartet, dass einer seinen Stöpsel zieht
und er seine subtropischen Schweigefreunde mit Tränen gießen kann.
Irgendwann.

Mama, die sich mit mir und der Frühlingstrauerweide verändert.
Die trotzdem noch traurig und einsam ihren Platz in meiner Erinnnerung findet.
Die langen Haare im aschigen Blond hängen schwer mit ihr herum.
Und dann seh ich dieses kleine, ernste Mädchen, dass sich quält,
weils wissen will warum.

Kurz ganz traurig.
Dann so stark.
Dazwischen, unbemerkt, wie taub.

Im Kopf nur dieser lähmende Gedankenstaub.

Dienstag, 3. Oktober 2006

Vom guten Willen: Die lebensmüden Lebenshungrigen

Da liegt ein Mensch,
Oktober ists,
mit seiner Katze
auf der
günstigeren Sultan-Matratze

draußen ists um acht schon dunkelgrau
an der verhassten Wohnungstür
vergeht sich auch heute keine Sau

dem Matratzenmenschen seine Bottel
ist noch lang nicht leer
und malträtierende Gedanken
schlagen
seinen nimmermüden Schädel
hin
und wieder her

uyeah

er hört die Blätter von den Bäumen knallen
und es ist ihm in die Flasche entfallen,
dass lachende Menschen, ihm, doch eigentlich,
schon,
gefallen

Montag, 25. September 2006

Ich möchte einen Meister Eder haben.

P9220036Der Bruder hat auf dem Kirschbaum im Garten ein Eichhorn gesehn.
S. kriegt in wenigen Tagen die Wehn.
Und ich?
Würd am liebsten um grenzenlosen Gleichmut flehn
und auf Händen und Füßen Richtung Süden gehn.

Der beginnende Herbst hat mir zwei Zähne gezogen,
und im Vorbeifahren hab ich zum wiederholten Male
ein Plakat der Hetzer überflogen.

Popcorn und Mazola nach dem Aufstehn
und vor dem Schlafengehn.

Und Eichhorn auf dem Kirschbaum im Garten hab ich auch keins gesehn.

Montag, 4. September 2006

Jassu. Jassas. Ja. Kefalonia

wespe_11
Auf Kefalonia gibt es Kuehe.
Sandbraune mit mueden Gesichtern und mageren Aerschen.

Und eine Wespenverschwoerung,
die an den Stoiker in uns appelliert.

Diese alten, ernsten Olivenbaeume,
die es einem so leicht machen
klein zu sein.
Die kefalonische Tanne, die auch
unter Wasser
waechst.

Den Himmel, der erst klar wird,
wenn die Nacht den Dunst verschluckt.

Frappe in allen Blasen.
Limonenoliven zwischen Nikotinzaehnen.
Salbei in braunen Nasen.
Weissbrot zum Aushoehlen gemacht.

Samstag, 12. August 2006

Fahr. Fahr, dem Unterlande zu. Oder: Du musst jetzt gehn.

p1010001

Freitag, 11. August 2006

Der alte August und seine Ferien

Die Haut im Gesicht noch speckig
drei3kvon der feuchten Sommernacht.
Und unter den Fingernägeln ein Rest Erde.

Die Augen in Erwartung getränkt,
kein Satz zu lang,
kein Lachen zu breit.

Der kleine Schlafanzug
die Robe
für
einen innigen Regentag.

Immerzu die mütterlichen Pantoffel
auf Stein
im wachen Kinderohr.

Sonntag, 23. April 2006

Meine Wälder

ronja_02

Sonntag, 16. April 2006

1937. Und jetzt schon so eisig.

Mädchen aus Tirol.
Hunger ist leise geworden.

Fleischklopfer Damokles
überm Herz.

Die Zudeck mit trockenem Laub gefüllt.
Im schmalem Bett hört es nachts Hunde bellen.
Darf nicht einmal wissen, was es vermisst.

Weit oben
auf dem fremden
Schweizer Berg...

Ein Mann mit rusigem Gesicht vor dem offenen Herd.
Gibt ihm Kaffee aus großen Blechkannen und
löffelt schweigend dicke Brennsuppe mit geschmolzenem Käse,
der durch die Augen des Madels den Magen böse trifft.

In der siebten Sommernacht dieses schneidende Wimmern
bis in seine enge Kammer hinauf.
Holz, das trennt.

Eine kranke Frau in die Selchkammer gebettet.
Über dem dürren Körper der Fett triefende Speck.

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